Streuobstwiese Lageplan
Legende
Pos Sorte Pos Sorte Pos Sorte
Apfel 19 Welschisner Apfel 25 Gellerts Butterbirne
1 Roter Eiserapfel 20/21 Rote Sternrenette Apfel 27 Köstliche aus Charneux Birne
2/3 Korbiniansapfel 22 Alkmene Apfel Zwetschge
6 Danziger Kantapfel 23 Landsberger Renette Apfel 9/10 Hauszwetschge
7 Gravensteiner Apfel 29 Zabergäurenette Apfel Kirsche
8/14 Jakob Fischer Apfel 30/31 Schöner aus Boskoop Apfel 15/16 Hedelfinger Riesenkirsche
11 Roter Trierer Weinapfel 32/33 Rheinischer Winterrambur Apfel 26 Schattenmorelle Sauerkirsche
12/13 Jakob Lebel Apfel Birne 28 Vogelkirsche Primus avium Süßkirsche
16/17 Rheinischer Bohnapfel 4/5 Birne Alexander Lucas
18 Kaiser Wilhelm Apfel 24 Williams Christ Birne

Roter Eiserapfe

Der Rote Eiserapfel, auch Zigeunerapfel[1], ist eine sehr alte Sorte des Kulturapfels. Er wurde bereits im 16. Jahrhundert um
Bamberg und Nürnberg angebaut. Bis in die 1950er Jahre war dieser Apfel in Europa weit verbreitet, da er hervorragende
Lagerfähigkeit besitzt: Die Äpfel können in Erdmieten bis zum übernächsten Jahr aufbewahrt werden. Diese Eigenschaft machte ihn
früher für Selbstversorger und Kleinbauern interessant, die auf diese Weise von einer reichen Obsternte lange profitieren konnten.
Auch heute ist diese robuste und widerstandsfähige Apfelsorte damit für die Hobbygärtner interessant, die über einen nicht zu
lufttrockenen Keller verfügen. Dort aufbewahrt hält der Apfel sich bis Juli ohne zu welken.

Kerne der Sorte Roter Eiserapfel

Die süßsäuerlichen Äpfel, die Ende Oktober reif werden und nach einer Nachreife von 4–6 Wochen ab Dezember essbar sind,
zählen zu den sogenannten Wirtschaftsäpfeln, das heißt sie werden vor allem zum Kochen, Backen, Einmachen und Entsaften verwendet.
Außerdem gehören sie zu den typischen „Krampusäpfeln“, die zu Nikolaus (6./7. Dezember) verschenkt werden.[2]

Die Deckfarbe des Apfels ist ein verwaschenes dunkles Blutrot. Charakteristisches Erkennungsmerkmal sind die zahlreichen teils
weißgelben, teils gelbbraunen hellen Punkte. Wie winzige kleine Sterne sind sie auf dem trüben Rot deutlich zu erkennen. Vollreif ist
der Eiserapfel wesentlich stärker rot gefärbt als auf der Abbildung erkennbar.

Der Baum hat einen starken Wuchs und bildet eine breitkugelige Krone aus. Die lang andauernde Blüte ist witterungsunempfindlich.
Der Baum gedeiht auch auf weniger fruchtbaren, aber feuchten und schweren Böden und kann auch in raueren Lagen angebaut werden.
Aufgrund seiner Gesundheit und Wüchsigkeit eignet sich der Rote Eiserapfel sehr gut für Streuobstwiesen.

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Korbiniansapfel

gemalt von Pfarrer Korbinian Aigner +1966

Originalbild

Die Sorte entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese von Pfarrer Aigner. Pfarrer Korbinian Aigner zu Ehren und als Bezug zum Schutzpatron seiner Diözese München-Freising, dem hl. Korbinian, stimmten alle mit seinen pomologischen Arbeiten vertraut gewordenen Personen dem Vorschlag zu, diesen Apfel 'Korbiniansapfel' zu nennen.

Frucht: Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel. Baumreife Ende Oktober. Genussreife ab Dezember. Haltbarkeit bis Mai und länger. Mittelgroßer, abgestumpft rundlicher Apfel mit 5 deutlich ausgebildeten Rippen. Fruchtschale glatt, gelb, später goldgelb. Zur Reifezeit ist die ganze Frucht kräftig gestreift. Schale leicht fettig, dadurch ist die Frucht lange haltbar und welkt nicht auf dem Lager. Fruchtfleisch grünlichweiß, fein, saftig, gewürzt. Harmonisches Zucker-Säure-Verhältnis.

Baum: Kräftiger Wuchs, breite Krone. Erziehung vorwiegend als Halb- und Hochstamm. Ertrag mittelfrüh einsetzend und regelmäßig. Ansprüche an Boden und Klima gering. Auch noch für mittlere Höhenlagen geeignet. Sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, vor allem gegen Schorf. Dadurch auch für Obstwiesen und die Feldflur empfehlenswert. Die Sorte wird vom Institut für Obstbau und Baumschulwesen der Staatlichen Versuchsanstalt für Gartenbau in Weihenstephan vermehrt.

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Danziger Kantapfel

Der Danziger Kantapfel ist ein Herbstapfel und seit langer Zeit (vor 1760) unter den verschiedensten Namen in Holland und Deutschland verbreitet: Rabiner, Passamaner, Nikolausapfel, Roode Kant, Calvill-artiger Winter-Rosenapfel, Bentlebener Rosenapfel, Lorenzapfel, Florentiner.

Es ist ein mittelgroßer Tafelapfel mit glänzend roter, seidiger Schale. Das Fruchtfleisch ist mit grünen und roten Adern durchzogen.

Der Baum ist mittelstark wachsend, reich tragend, anspruchslos und sehr frosthart. Diese alte heimische Sorte, deren Äste waagrecht abstehen und damit eine ausgebreitete Krone bilden, ist weit verbreitet, da sie in allen Lagen gedeiht. Sie bildet große, rosagefärbte Blüten aus.

Die Ernte erfolgt Ende September und ab Mitte Oktober bis Januar ist der Apfel verwertbar.

Der Kantapfel wurde 2006 als baden–württembergische Streuobstsorte des Jahres ausgezeichnet.

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Gravensteiner

Der Gravensteiner ist eine Sorte des Kulturapfels (Malus domestica). Die Sorte ist sicher seit 1669 in Dänemark und Norddeutschland bekannt.

Sie ist eine der wohlschmeckendsten europäischen Apfelsorten mit typischem, aromatischem Geschmack und stark duftenden Früchten. Die Schale ist zart wachsgelb mit karmesinroten Tupfen und Strichen, doch gibt es auch stärker rote Typen [1].


Diese als Roter Gravensteiner bezeichnete Sorte ist eine „Knospenmutation“ (die jedoch ein weniger starkes Aroma entwickelt). Das Fruchtfleisch ist saftig, fein würzig und hellgelb. Die Pflückreife ist von Ende August bis Anfang September, gegessen wird der Apfel vom Pflücken bis in den November.

Der Baum fällt durch kräftigen Wuchs auf mit steil aufwärts strebenden Ästen. Er beansprucht zum Gedeihen einen ausgesprochen feuchten Boden, der auch im Sommer nicht trocken wird, aber trotzdem nicht staunass ist. Zudem ist eine gute Versorgung mit Nährstoffen und ein ausgeglichenes Klima in einer gegen Wind geschützten Lage notwendig. Anfälligkeit besteht gegenüber Schorf und Mehltau, die Blüten sind frostempfindlich. Die Sorte ist triploid und deshalb kein guter Pollenspender. Junge Bäume tragen noch nicht, der Ertrag ist unregelmäßig und gering bis mittel.

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Jakob Fischer, auch Schöner vom Oberland

Im Jahre 1903 entdeckte Jakob Fischer in unmittelbarer Nähe seines Anwesens in Rottum in Oberschwaben ein kleines Apfelbäumchen, das er in seinen Garten verpflanzte. 1912 fruchtete dieser Baum erstmals, 1914 wurden einige dieser Äpfel in Stuttgart Experten des Württembergischen Gärtnereiverbandes vorgelegt und erhielten daraufhin nach seinem Entdecker den Namen Jakob Fischer. Der Apfel entwickelte sich zu einer vielseitigen Standardsorte im Königreich Württemberg. Im Jahre 1998 wurde die Sorte in Baden–Württemberg zur Streuobstsorte des Jahres gewählt um, in Anbetracht ihrer günstigen Eigenschaften, ihren Einsatz für den extensiven Anbau zu fördern.


Die äußerlich ansprechende Frucht ist groß bis sehr groß, flachkugelig und unregelmäßig geformt. Die Grundfarbe der Schale ist hellgelb die Deckfarbe ein kräftiges Rot mit blauvioletter Bereifung. Die Blüte erfolgt sehr früh und lange anhaltend, ist jedoch als Pollenspender, da triploid, nicht geeignet. Sie ist sowohl als Tafelobst als auch als Haushaltsapfel zum Einmachen, Backen, Entsaften und für Kompott geeignet.

Die Früchte sind Anfang bis Mitte September pflückreif und neigen zu Fruchtfall. Sie sind sofort genußreif und sollten schnell verbraucht werden, da sie nur etwa 4 Wochen haltbar sind. Für den modernen Erwerbsbau ist diese Apfelsorte aufgrund dieser Eigenschaften ungeeignet.

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Roter Trierer Weinapfel

Der Rote Trierer Weinapfel wurde in der Gegend von Trier aufgefunden. Dort ist er auch unter den Namen 'Roter Holzapfel' oder 'Roter Trier’scher Holzapfel' bekannt. Seine Herkunft ist jedoch unklar. Er ist eine Streuobstsorte und reiner Mostapfel. Vor allem im Südwesten Deutschland ist er verbreitet. Der Baum ist stark anfällig für Schorf. Der Apfel ist genussreif von Dezember bis März.

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Jakob Lebel oder auch Jacques Lebel

Die Sorte wurde um 1825 in Amiens (Frankreich) von Jacques Lebel gefunden, wodurch sie auch ihren Namen erhielt. Sie wurde dann ab 1849 von der Baumschule Leroy in den Handel gebracht. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts war der Jakob Lebel eine der drei Apfelsorten, die zu Reichsobstsorten gewählt wurden.

Da diese Sorte triploid ist, ist sie als Befruchter nicht geeignet.

Die großen, flachen Früchte sind ab Mitte September bis Anfang Oktober pflückreif, sollte aber zum Frischverzehr möglichst spät geerntet werden, da so noch eine weitere Qualitätverbesserung möglich ist. Im Kühllager ist diese Sorte bis Januar haltbar.

Die Sorte ist anfällig für Apfelschorf und Stippe.




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Bohnapfel

Der Bohnapfel, auch Großer Rheinischer Bohnapfel oder nur Rheinischer Bohnapfel genannt, ist eine alte Sorte des Kulturapfels. Er wurde zwischen 1750 und 1800 im Neuwieder Becken am Mittelrhein als Zufallssämling entdeckt. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts war der Bohnapfel eine der drei Apfelsorten, die zu Reichsobstsorten gewählt wurden.

Die Bäume des Bohnapfels können sehr alt werden und bilden großvolumige, breitkugelige Kronen aus. Die recht robusten und widerstandsfähigen Bäume tragen erst nach einigen Jahren Äpfel, der Ertrag schwankt dabei durch Alternanz stark von Jahr zu Jahr.


Die Frucht ist klein und besitzt eine grüne Farbe, teilweise auch mit roten Streifen.

Die saftig säuerlichen Äpfel reifen Mitte Oktober bis Anfang November und sind ab Februar genussreif. Sie sind bis Juni haltbar. Sofern die Äpfel am Baum völlig ausreifen können, ist der Bohnapfel eine der besten Apfelsorten für die Verwertung.

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Kaiser-Wilhelm-Apfel

Die Apfelsorte Kaiser-Wilhelm-Apfel, auch Kaiser Wilhelm oder Wilhelmapfel genannt, wurde 1864 als Zufallssämling im Garten von Haus Bürgel (Monheim am Rhein) aufgefunden. Der Volksschullehrer und Pomologe Carl Hesselmann (1830–1902) aus Witzhelden (Bergisches Land) leistete mit der Benennung – nicht ganz uneigennützig – einen Beitrag zum Kult um Kaiser Wilhelm I. Der Apfel wurde 1875 Kaiser Wilhelm zur Geschmacksprobe vorgelegt, der daraufhin die Namensverwendung für „diesen wahrhaft majestätischen Apfel“ huldvoll genehmigte und sich mit einer gerahmten Fotografie mit eigenhändiger Unterschrift bedankte.

Aufgrund genetischer Untersuchungen wurde die Apfelsorte Kaiser Wilhelm vor wenigen Jahren als "Plagiat" erkannt. Die Sorte ist identisch mit der Lokalsorte "Peter Broich", die aus der Kölner Umgebung schon vor der "Entdeckung" Hesselmanns bekannt war.[1]

Die Sorte wird Ende September geerntet und ist von Ende Oktober bis zum April genießbar. Sie hat ein wohlschmeckendes, himbeerartiges Aroma. Das anfangs feste Fruchtfleisch wird im Laufe der Lagerung mürbe. Dies wurde in der Vergangenheit aufgrund der schlechten Zahnqualität eher gern gesehen.


Das Problem an dieser Apfelsorte war und ist, dass der Baum stark in die Höhe wächst und somit kommerziell kaum interessant ist. Deshalb verschwand er spätestens in den 1950er Jahren aus dem Erwerbsanbau in Deutschland. Der Apfel hat sich deshalb, obwohl wenig empfindlich, nur in privaten Gärten und einigen bäuerlichen Streuobstwiesen erhalten. Erst mit der relativ neuen Slow Food-Bewegung kam diese Apfelsorte wieder ins Blickfeld einer vorerst kleinen Liebhaberschar.[2] Er wird seit einigen Jahren wieder von gut sortierten Baumschulen angeboten.

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Welschisner

Der Welschisner, auch Großer Böhmischer Brünnerling, Welschecker, Steiner oder Welsch Weinling genannt, ist eine Sorte des Kulturapfels.

Der Welschisner ist eine der alten Apfelsorten; er zählt zu den so genannten Wirtschaftsäpfeln. Er ist als Zufallssämling um 1600 in Oberösterreich entstanden und ist eine klimarobuste Sorte, die auch auf schlechten Böden noch gute Erträge bringt. Er eignet sich daher auch für Höhenlagen und für den Anbau auf Streuobstwiesen.

Die Äpfel reifen Mitte Oktober und halten sich bei entsprechender Lagerung bis Mai.


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Rote Sternrenette

Die Rote Sternrenette ist eine alte Sorte des Kulturapfels. Sie wird als Streuobst angebaut und für erhaltenswert angesehen. Synonyme sind: 'Calville Etoilée'[1], 'Pomme de Coeur', 'Herzapfel', 'Rote Herbstrenette' und 'Weihnachtsapfel'.

Ältere Menschen verbinden mit dieser Sorte noch Kindheitserinnerungen, weil der dunkelrot gefärbte Apfel früher als „der klassische Weihnachtsapfel“ galt und sehr weit verbreitet war. Die Rote Sternrenette ist auch heute noch in den meisten größeren Baumschulen erhältlich.

Das untrügerische Kennzeichen des Apfels sind sternförmige prägnante rostartige Lentizellen auf der meist dunkelroten Fruchtschale.

Als Hochstamm wächst der Baum kräftig; durch den starken Wuchs sind die Anfangserträge relativ gering und setzen spät ein (ab dem 10. bis 12. Jahr nach der Pflanzung). Im Vollertrag ist der Behang zufriedenstellend bis gut.

Mit seiner hochkugeligen, robusten Krone wirkt der Hochstamm landschaftsprägend. Beim Obstbaumschnitt wird der Hochstamm auf eine breit-pyramidiale Form erzogen.

Blütezeit [Bearbeiten]

Die Blüte setzt spät ein und ist lang anhaltend. Durch die späte Blüte kann es zu fehlendem Bestäuben und damit zu schwankenden Erträgen kommen. Da sich die Blüten bevorzugt am langen Fruchtholz bilden, empfiehlt es sich beim Baumschnitt, das Fruchtholz lang zu lassen.

Gute Befruchtersorten sind Ontario, Champagner Renette, Cox, Gloster, Grahams Jubiläum, Baumanns Renette, James Grieve, Landsberger Renette und Weißer Klarapfel.

Es wird auch berichtet, dass ältere Bäume nur an einer Seite blühen würden[1].

Frucht [Bearbeiten]

Die Äpfel sind mittelgroß, etwa 115 g[2] schwer, rundlich und wächst besonders ebenmäßig[1]. Die Schale ist glatt, trocken, zäh und von der Farbe purpur, scharlachrot bis dunkelrot verwaschen. Typisch sind die zahlreichen auffälligen Schalenpunkte als Roststernchen oder Dreiecke, teils hell umhöft, Die Frucht ist oft fein hellbläulich bereift[1].

Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, unter der Schale oft rötlich wie Leitbündel, mittelfest, nur mäßig saftig, süßsäuerlich, etwas parfümiert, schwach aromatisch[3].

Ernte und Lagerung [Bearbeiten]

Die Früchte hängen nicht sehr windfest, so dass bei Herbststürmen ein Vorerntefruchtfall zu beobachten ist[4]. Glücklicherweise ist das Fallobst relativ unempfindlich und fault kaum.

Pflückreife ist etwa ab Anfang September. Der Apfel reift dann noch nach und ist bis etwa Mitte Januar lagerfähig, bevor er mehlig wird[2].

Das Streuobst ist gut für die sortenreine Verwertung (Saft, Wein, Mus) geeignet.



Ansprüche [Bearbeiten]

Der Baum bevorzugt tiefgründige, feuchte Böden und luftfeuchte Lagen[4]. Aufgrund seiner Gesundheit und Wüchsigkeit eignet er sich gut für Streuobstflächen.

Er ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Frost. Lediglich Stippe und Apfelwickler können Probleme bereiten.

Geschichte [Bearbeiten]

Die Sorte ist wahrscheinlich in der Umgebung von Maastricht entstanden. 1830 wurde sie erstmals beschrieben. Zunächst war die Sorte am Niederrhein verbreitet.

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Alkmene (Apfel)

Alkmene ist eine Sorte des Apfels (Malus domestica), die eine Kreuzung aus 'Cox Orangenrenette' und 'Geheimrat Dr. Oldenburg' darstellt. Sie ist 1930 am Institut für Acker- und Pflanzenbau in Müncheberg gezogen worden.


Beschreibung [Bearbeiten]

Der Baum wächst recht schwach, er ist nicht empfindlich gegenüber Schorf und Mehltau, allerdings anfällig für Feuerbrand und Krebskrankheiten. Er benötigt eine milde, leicht schattige Lage in der die Blüten nicht durch Spätfröste beeinträchtigt werden. Die diploide Sorte wird gut von 'Cox Orangenrenette', 'Golden Delicious' und 'James Grieve' befruchtet. Die Bedeutung dieser Apfelsorte ist stark eingeschränkt. In vielen Obstanbauregionen ist sie inexistent.

Die Blütezeit beginnt ab Ende April und endet Mitte Mai. Sie blüht sehr reich, jedoch stellt sich nur ein mäßiger Fruchtertrag ein. Die Blüten sind sehr frostempfindlich.

Die Frucht ist klein bis mittelgroß und rundlich mit goldgelber, orangerot verwaschener Schale. Das Fruchtfleisch ist fest, knackig, fein säuerlich und sehr aromatisch. Pflückreife ist von Anfang bis Mitte September, Genussreife von September bis November. Auch im Kühllager hält sich 'Alkmene' nur bis Ende November.

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Landsberger Renette

Die Landsberger Renette, kurz Landsberger, ist eine alte Apfelsorte. Sie stammt aus Landsberg an der Warthe, wo sie um 1850 von Justizrat Burchardt als Sämling von Harberts Renette gezogen wurde.

Baum [Bearbeiten]

Die Landsberger Renette ist ein starkwüchsiger Baum, der schöne Hochstämme ergibt. Die Erträge setzen schon früh ein, die Sorte ist reich tragend. Landsberger Renette stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und eignet sich insbesondere für kühle Lagen. Nasse und nährstoffarme Standorte begünstigen allerdings die Entstehung von Baumkrebs. An warmen, trockenen Standorten ist die Sorte für Mehltau anfällig.[1]


Frucht [Bearbeiten]

Äpfel der Sorte Landsberger Renette sind mittelgroß bis groß. Ihre feine, glatte Schale ist zunächst gelbgrün, später blassgelb bis strohgelb mit sehr kleinen bräunlichen Punkten und nur auf der Sonnenseite sanft gerötet. Das feste Fruchtfleisch ist gelblich-weiß und saftig. Landsberger Renette hat einen angenehmen „süßweinigten“ Geschmack, weist aber kein intensives Aroma auf. Sie ist ab November reif und hält sich bis Ende Januar.[2]

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Zabergäurenette

Die Zabergäurenette (auch Zabergäu oder Hausener Graue Renette) ist eine Apfelsorte, die ihren Namen vom Zabergäu erhielt.

Sie entstand 1885 in Hausen an der Zaber als Zufallssämling.

Beschreibung [Bearbeiten]

Die meist großen bis sehr großen Früchte sind flach. Die Schale ist, wie bei vielen Renetten, ledrig und grün, sonnenseitig auch rötlich, was aber aufgrund einer sehr starken Berostung meist nicht zu sehen ist. Die Farbe wechselt im Lager meist ins Gelbliche.

Die im Oktober reifenden Früchte sind sowohl als Tafelapfel als auch zum Kochen, Backen oder Mosten geeignet. Haltbar sind die Früchte bis in den März, werden dann jedoch mürbe und trocken. Die Früchte sind weniger säurebetont als etwa die des Schönen aus Boskoop.


Baum [Bearbeiten]

Der Baum ist kaum anfällig für Schorf, neigt aber zur Alternanz und Stippe. Als Standort sind wärmere Lagen mit guten Böden zu verwenden.

Da diese Sorte triploid ist, ist sie als Pollenspender ungeeignet.

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Schöner aus Boskoop

Der Schöne aus Boskoop oder nur Boskoop (veraltete Bezeichnung: Schöner von Boskoop) ist eine zu den Renetten zählende Sorte des Kulturapfels und den Winteräpfeln zuzurechnen. Sein ursprünglicher Name war Renette von Montfort. In Österreich und Bayern wird er zu den Lederäpfeln gezählt.

Herkunft [Bearbeiten]

Der Schöne aus Boskoop ist 1856 als Zufallssämling von dem Pomologen Kornelis Johannes Wilhelm Ottolander als fruchtender Trieb eines Wildlings in Boskoop, Niederlande entdeckt worden. Er ist seit 1863 eine weit verbreitete Standardsorte. Der Baum hat eine sehr starkwüchsige, weit ausladende Krone. Er bevorzugt einen Standort auf schwerem, feuchtem und kalkhaltigem Boden und ist dann langlebig. Die Sorte ist anfällig für Kernhausfäule und Fleischbräune.


Die großen Äpfel, die häufig über 200 g wiegen, reifen Ende September bis Mitte Oktober und sind bis März haltbar. Aufgrund des hohen Säuregehaltes ist der Boskoop für die Zubereitung von Apfelmus oder Apfelpfannkuchen sowie als Back- oder Bratapfel gut geeignet; für Liebhaber säurebetonter Äpfel ist er ein ausgezeichnetes Tafelobst.

Da es sich bei Boskoop um eine triploide Sorte handelt, ist sie nicht als Befruchtersorte für andere Apfelbäume geeignet.

Für einige Apfelallergiker ist diese alte Apfelsorte aufgrund des niedrigen Allergengehalts genießbar.

Er ist wegen seines hohen Zuckeranteils für Diabetiker nur bedingt geeignet. Geschmacklich ist er säuerlich, doch dies täuscht, denn sein sehr hoher Säureanteil überdeckt seinen hohen Zuckeranteil.

Roter Boskoop [Bearbeiten]

1923 wurde im Rheinland vom Obstbaumzüchter Otto Schmitz-Hübsch eine Knospenmutation entdeckt die seitdem als Roter Boskoop bekannt ist. Außer der Farbe hat dieser die gleichen Eigenschaften wie die Ausgangsform.

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Rheinischer Winterrambur

Der Rheinischer Winterrambur, auch Jägerapfel, Teuringer oder Menznauer Jäger ist eine Sorte des Kulturapfels (Malus domestica).

Der Rheinische Winterrambur ist eine sehr alte Apfelsorte, die schon um 1650 bekannt war. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war er ein verbreiteter Winterapfel. Die langlebigen Bäume trifft man auch heute noch in alten Streuobstbeständen an.

Die Sorte stellt keine hohen Ansprüche an Boden und Klima und ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, lediglich für Mehltau ist sie etwas anfällig. Der Anbau ist bis zu Höhen von 1000 m möglich. Da die Blüte spät erfolgt, besteht nur geringe Spätfrostgefahr. Jedoch ist der Winterrambur als triploide Sorte ein schlechter Pollenspender.


Der Rheinische Winterrambur wird Mitte Oktober geerntet und ist von Dezember bis April genussreif. Der Apfel ist groß bis sehr groß und flachrund. Die glatte Schale ist zunächst hellgrün, wird später goldgelb und rot, wenn der Apfel ausgereift ist. Das gelblichweiße bis weiße Fruchtfleisch schmeckt süßlich, schwach gewürzt und ist säurearm.

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Alexander Lucas

Die Birnbaumsorte Alexander Lucas (Pyrus communis ‘Alexander Lucas’), auch ‘Lucas Alexander’, wurde erstmals 1874 von der Baumschule Transon in Orléans angebaut und verbreitet, nachdem sie einige Jahre zuvor in einem Wald bei Blois in Frankreich vom namensgebenden Alexandre Lucas entdeckt worden war. Der zuerst in Frankreich verwendete Name lautete Beurré Alexandre Lucas. Sie ist sehr robust, leidet kaum an Krankheiten, und findet daher in Gärten große Verbreitung, zumal sie eine schmelzende Frucht mit einem guten Aroma vereinigt.

Der Baum wächst mittelstark und lässt sich in alle Baumformen erziehen.

Die Blüte setzt mittelfrüh ein, die Blütenblätter überlappen oder berühren sich nicht. Da es sich um eine triploide Sorte mit dreifachem Chromosomensatz handelt, ist Alexander Lucas keine geeignete Befruchtersorte für andere Birnbäume, nimmt sonst aber Pollen von fast allen anderen Pyrus-Formen (also auch Zierbirne, Asienbirne usw.) an. Zuweilen kommt es zur Ausbildung parthenokarper Früchte, sodass auch bei Blütenfrost Ertrag möglich wird.


Die Frucht ist groß und wiegt etwa 150 bis 250 Gramm, sie hängt an einem kurzen, dicken Stiel. Die Form ist breit birnenförmig bis kegelförmig mit glatter Schale. Die Grundfarbe ist ein helles Grün, bei Vollreife auch hellgelb mit einem orangefarbenen Fleck auf der Sonnenseite. Das hellgelbe bis weißliche Fruchtfleisch ist schmelzend und saftig, aber etwas körnig. Der Geschmack ist süß, mit wenig Säure, das Aroma wird als nur mittelmäßig beurteilt. Das kleine Kerngehäuse sitzt nahe der Kelchseite der Frucht. Die Erntezeit beginnt Anfang Oktober. Die Früchte können etwa zwei bis drei Monate eingelagert werden, in speziellen Kühllagern auch bis zu sechs Monate. Die gute Lagerfähigkeit und der regelmäßig hohe Ertrag sind die Hauptgründe für den Anbau dieser Sorte.

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Williams Christ

Als ‘Williams Christ’ wird eine Sorte der Birne (Pyrus communis) bezeichnet. Auch der aus ihr gewonnene Obstbrand wird so genannt. Der ursprüngliche Name der Frucht ist ‘Williams Bon Chrétien’, in den USA und Kanada wird sie ‘Bartlett’ genannt.

Geschichte [Bearbeiten]

Die ältesten Nachweise der Birnensorte Williams Christ gehen bis etwa 1770 (England) zurück. Benannt wurde die Sorte nach ihrem ersten Verbreiter, dem Baumschuler Williams aus London. Mitte des 19. Jahrhundert war sie in Belgien bekannter als in England und fand damals über den belgischen Pomologen van Mons Verbreitung in ganz Europa sowie in Nord- und Südamerika. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Williams Christ eine der drei Birnensorten, die zu Reichsobstsorten gewählt wurden.


Beschreibung [Bearbeiten]

Der Baum wächst mittelstark mit pyramidalem, etwas sparrigem Kronenaufbau. Die Blätter sind groß, der Rand ist schwach gesägt und aufwärts gebogen. Die Blütezeit ist mittelspät. Schon junge Bäume tragen Früchte, der Ertrag ist regelmäßig und groß. Allerdings ist der Baum anfällig für Schorf und Feuerbrand, einzelne Zweige können im Winter zurückfrieren. Die diploide Sorte benötigt eine andere Sorte zur Befruchtung, geeignet sind etwa ‘Conference’, ‘Gellerts Butterbirne’ und ‘Clapps Liebling’, nicht geeignet ist die Sorte ‘Gute Luise’.

Die Frucht ist groß (bis 10 cm lang und 180 g schwer) und gedrungen birnenförmig. Parthenokarpe Früchte, die gelegentlich gebildet werden, sind kleiner und walzenförmig. Die Schale ist gelb-grün gefärbt, sonnenseits leicht orange überhaucht. Die Lentizellen sind deutlich sichtbar, um den Kelch ist die Frucht berostet. Das Fruchtfleisch ist gelb-weiß, schmelzend, mit gutem, intensivem Aroma. Die Frucht reift Ende August bis Anfang September. Sie kann etwa zwei Wochen, im Kühllager auch bis zu drei Monate, gelagert werden.

Verwendung [Bearbeiten]

Flasche Williams-Christ-Obstbrand. Das tief angebrachte Etikett verdeckt die Naht in der Flasche, die Birne ist nicht hineingewachsen, sondern reif in die Flasche eingebracht.

Die Birne in diesem Obstbrand aus Međimurje, Kroatien, ist in die Flasche hineingewachsen.






Verwendet wird die Sorte Williams Christ als Tafelobst, zur Herstellung von Konserven und Obstbrand. Das besondere Zeichen der 40%-igen Spirituose ist die Flasche mit der in ihr enthaltenen Birne. Das Verfahren wurde von der Walliser Familie Germanier entwickelt. Um die Birne in die Flasche zu bekommen, stülpten sie nach der Birnbaumblüte Flaschen über die Knospen. Die Birnen wuchsen bis zum Herbst in der Flasche zu ihrer vollen Größe heran. Da sich aber nur ein Drittel der Birnen gut entwickelt, wird von manchen Herstellern die preiswertere Alternative gewählt, die Flasche am Boden aufzuschneiden, eine ausgereifte Birne hineinzugeben und den Boden wieder anzukleben. Da die Schnittstelle deutlich erkennbar ist, wird sie häufig mit einem Etikett überklebt.

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Gellerts Butterbirne

‘Gellerts Butterbirne’ ist eine zwar alte, aber dennoch regelmäßig kultivierte Sorte der Birne (Pyrus communis). Sie wurde um 1820 von M. Bonnet in Frankreich gefunden und gelangte unter dem Namen ‘Beurré Hardy’ – benannt nach dem damaligen Direktor des Jardin du Luxembourg – in den Handel. In Deutschland wurde sie 1838 von Oberdieck Gellerts Butterbirne oder kurz Gellert benannt.

Der Baum wächst besonders in der Jugend sehr robust und stark, wodurch er als Hochstamm schnell eine sehr ausladende Krone entwickeln kann, die einen guten, pyramidenartigen Aufbau erfordert. Wegen dieser Starkwüchsigkeit wird sie im modernen, intensiven Anbau ungern verwendet, eignet sich aber gut als Stammbildner oder für Streuobstwiesen. Die Blätter sind auffallend dunkelgrün und entlang der Mittelrippe schiffartig gebogen.


Es handelt sich um eine exzellente Tafelbirne, deren Früchte mittelgroß bis groß, stumpfkegelig (abgestumpft-kegelförmig) und grünlichgelb, später gelb gefärbt sind. Die Länge variiert von 75 bis 90 mm bei einem Gewicht der einzelnen Frucht von 130 bis 200 g. Der Stiel ist kurz und dick, Stiel- und Kelchgrube nur schwach ausgeprägt. Die ganze Frucht ist fein berostet. Sonnenseits sind sie meist bronzeorangerot. Das Fruchtfleisch besitzt eine gelblichweiße Farbe, ist sehr saftig schmelzend und leicht aromatisch. Die Schale ist auch bei der Reife dick und hart.

Gellerts Butterbirne wird ab Anfang September reif und kann sofort verzehrt oder bis Oktober gelagert werden. Für längere Lagerung, etwa im Kühllager, ist sie nicht geeignet.

Mögliche Befruchtersorten sind ‘Clapps Liebling’, ‘Gute Luise’ und ‘Williams Christ’.

Diese Sorte stellt keine großen Ansprüche an den Standort und kann ein sehr hohes Alter von 100 Jahren und mehr erreichen.

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Köstliche aus Charneux

‘Köstliche aus Charneux’ auch ‘Köstliche von Charneux’, ‘Köstliche von Charneau’ (Synonyme: ‘Legipont’, ‘Grashoffs Leckerbissen’, ‘Fondante de Charneu’ und in Norddeutschland ‘Bürgermeisterbirne’) ist eine alte Birnensorte, die als Zufallssämling entstand und ca. 1800 in Charneux (heute Teil der Stadt Herve in der belgischen Provinz Lüttich) auf dem Gut von M. Legipont gefunden wurde.

Ab 1828 wurde die Köstliche aus Charneux von Wilhelm Walker, Gärtner an der Königlich Württembergischen Land- und Forstwirtschaftlichen Lehranstalt in Hohenheim verbreitet. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Köstliche aus Charneux eine der drei Birnensorten, die zu Reichsobstsorten gewählt wurden.


Die Frucht ist mittelgroß bis groß (75–100 mm hoch) bei einem Durchmesser von ca. 60 mm und birn- bis kegelförmig. Die dünne Schale hat eine grüne Grundfarbe, die sich mit zunehmender (Über-)Reife gelb färbt – auf der von der Sonne beschienenen Seite bildet sich eine hell- bis dunkelrote Deckfarbe heraus. Die Schale weist zahlreiche Punkte auf, die zunächst von einer braungrünen, später rötlichen Farbe umgeben sind. Das feine Fruchtfleisch ist weiß bis hellgelb, süß und sehr saftig mit einem feinen Aroma bei wenig Säure.

Die meist als Tafelbirne genutzte Frucht wird Ende September bis Mitte Oktober pflückreif und ist bis November genussreif.

Der schnellwüchsige, für alle Erziehungsformen geeignete Baum bildet (ohne Pflege/Erziehung) schmale, pyramidiale Kronen. Er verlangt nach nährstoffreichen, feuchten und tiefgründigen Standorten.

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Hauszwetschge

Die Hauszwetschge oder Bauernpflaume ist eine sehr alte, spätreife Zwetschgensorte.

Die Früchte sind klein, die Farbe der Schale ist blaurot bis blauschwarz und das Fruchtfleisch ist gelbgrün bis orange. Die Frucht weist ein ausgeglichenes Verhältnis von Süße und Säure auf und besitzt ein ausgeprägtes Zwetschgenaroma. Die Früchte reifen Mitte bis Ende September.

Die Hauszwetschge ist sehr vielseitig einsetzbar, sie kann sowohl zum Verzehr, als auch zum Kochen, Backen, Dörren und Schnapsen verwendet werden.


Nachteile der Sorte sind der spät einsetzende Ertrag und die starke Anfälligkeit für Scharka. Aufgrund der Anfälligkeit für Scharka kann sie nur noch in Gebieten angebaut werden, die noch frei von Scharka sind.

Von der Hauszwetschge gibt es verschiedene Typen, die sich durch unterschiedliche Reifezeiten und Fruchtgrößen auszeichnen. Beispiel für Varianten sind Gunser, Meschenmoser oder Schüfer (sortiert nach Reifezeit).

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HEDELFINGER RIESENKIRSCHE

SCHWARZE KNORPELKIRSCHE

HERKUNFT:

Die Sorte ist vermutlich um 1850 in Hedelfingen bei Stuttgart als Zufallssämling entstanden. Sie ist seither vor allem in Deutschland, aber auch in Frankreich, Österreich, Ungarn und den USA weit verbreitet worden.

Synonyme: Hedelfinger, Wahler Kirsche.





FRUCHTBESCHREIBUNG:

Die Frucht ist mittelgroß bis sehr groß, je nach Behang 23 - 28 mm hoch, 22- 25 mm breit, 20 - 23 mm dick, oval bis schlank, herzförmig, von der Bauchseite zusammengedrückt und fast flach, ohne Furche, die Bauchnaht als dunkle Linie sichtbar, die Rückenseite ist zumeist im Querschnitt schön abgerundet, kann bei größeren Früchten auch in einem kleinen Bereich flach verlaufen. Stielseite ist abgerundet, kaum oder nur äußerst schwach reschultert, Stielgrube ist eng, tief, bauchwärts nur wenig ausgerandet, Stempelpunktseite stumpf abgerundet, Stempelpunkt hellgrau, sitzt in flachem Grübchen.

FRUCHTGEWICHT:

7,13 g bei gut entwickelten Früchten, bei geringerem Behang und günstigerWitterung noch höher.

HAUT:

Ist zäh und fest, mattglänzend, zuerst braunrot, später bei Vollreife violettschwarz,vor der Vollreife ist die von der Stielgrube ausstrahlende hellroteStrichelung gut sichtbar, diese ist bei Vollreife nur mehr wenig bemerkbar, ist sehrregenempfindlich.

FRUCHTFLEISCH:

Ist fest, fast knackend, saftig, zuerst hellrot, um den Stein dunkler, später bei Vollreife bräunlichrot, um den Stein beinahe schwarz, von helleren Fasern durchzogen, süß säuerlich, erfrischend, mild gewürzt, harmonischer Geschmack, Saft ist hell.


STEIN:

Ist mittelgroß, 11,5 - 12,7 mm hoch, 6,8 - 7,5 mm breit, 8,6 - 9,3 mm dick, schlankoval, Oberfläche ist glatt. Die Stielseite ist hochgewölbt, nach allen Seiten abfallend, Rückenlinie nur kaum bis wenig hervortretend, meist mit Runzeln, sie endigt in sehr fein ausgebildetem geraden Spitzchen. Der Wulstansatz ist schmal, flach, ragt nicht oder nur wenig über die Scheitelhöhe hinaus. Die Seitenwülste sind oft wenig deutlich ausgebildet, in ihrem Verlauf paralell bis leicht gebogen. Nebenwülste kommen vor, Zwischenwülste und Mittelwulst sehr uneinheitlich oder auch undeutlich ausgebildet.

STIEL:

Ist mittellang, kann bei günstigen Standorten und Witterung auch lang werden, 44 - 61,5 mm, kräftig, ist hellgrün, bei Überschreiten der Vollreife kann Stielscheibchen schwach rötlich werden.

BAUMEIGENSCHAFTEN:

Wächst in der Jugend stark bis sehr stark mit aufwärtsstrebenden Leitästen. Bei Ertragseintritt schwächer wachsend, bildet kräftige Seitenäste und viel Fruchtholz mit sehr guter Garnierung. Die Krone ist hochkugelig, mit zunehmendem Alter dann bis breitkugelig. Die Blätter sind groß, oval, mit einer schmalen lang ausgezogenen Spitze, die Zahnung ist zumeist doppelt spitz, Blattstiel an der Oberseite rötlich, mit zumeist zwei gut ausgebildeten roten Nektarien.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:

Die Sorte ist sehr anpassungsfähig, sie ist sowohl für sonnige warme Gebiete als auch noch für gerade süßkirschenfähige kühlere Lagen und fruchtet dort noch zuverlässig. Zu Trrockenheit neigende Böden beeinträchtigen die Fruchtgröße und bewirken leicht bitteren Geschmack. Sommerregenperioden kurz vor der Reife führen zum Platzen der Früchte.

BLÜTE: Ist spät, relativ widerstandsfähig, selbststeril.

BEFRUCHTERSORTEN: Büttners Rote Knorpelkirsche, Eltonkirsche, Große Schwarze Knorpelkirsche, Kassins Frühe, Große Prinzessinkirsche, Fromms Herzkirsche, Schneiders Späte Knorpelkirsche, Königin Hortense u.a..

REIFE: Reift in der 5. bis 6. Kirschenwoche.

ERTRAG UND EIGNUNG: Der Ertrag setzt erst ziemlich spät ein (nach anderen Autoren auch früher Ertragseintritt), ist dann aber reich und regelmäßig. Sie eignet sich als große Knorpelkirsche mit hervorragendem Geschmack sowohl für Tafel- als auch Konservenzwecke.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: Neigt bei überreichem Behangund feuchter Witterung zu Fruchtmonilia. Geringe Platzfestigkeit, ansonstengesund und widerstandfähig.

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Schattenmorelle

Die Schattenmorelle (Prunus cerasus subsp. acida) ist eine Sorte der Art Sauerkirsche.

Züchtung [Bearbeiten]

Die Schattenmorelle ist die bekannteste historische Sauerkirsche mit sehr guter Fruchtqualität, mäßigen Standortansprüchen und später Blüte. Sie ist anfällig gegen Monilia, gut steinlösend und hat einen früh einsetzenden, hohen und regelmäßigen Ertrag. Sie ist selbstfertilisierend.

Anbau, Nutzung und Verbreitung [Bearbeiten]

Die Sorte ist sehr anspruchslos, fruchtbar, jedoch anfällig für die Spitzendürrenkrankheit Monilia. Zu finden ist sie meistens in Europa und Nordamerika. Sie wird gerne zu Konfitüren und Konserven verarbeitet. Anders als es der Name vermuten lässt liebt die Schattenmorelle einen sonnigen Standort.


Namensherkunft [Bearbeiten]

Es gibt vier Hypothesen zur Herleitung des Namens Schattenmorelle, die jeweils eine Lautverschiebung annehmen:

1. von Château de Moreilles: Angeblich soll bereits 1598 im Garten dieses Schlosses diese Sauerkirschenart gezüchtet worden sein. Es gibt kein bekanntes Château de Moreilles in Frankreich. Heute existiert das Château de L’Abbaye[1] in Moreilles[2] (im 17. Jhdt. wieder aufgebauter Teil der ehemaligen Abtei Beata Maria de Moroliis, die im 100-jährigen Krieg (1453) fast vollständig und in den Religionskriegen (1580) vollständig zerstört wurde;

2. von lateinisch amarus, engl. morello, ital. amarello („bitter“): Die Schattenmorelle ist allerdings nicht bitter sondern sauer;

3. spätlateinisch maurella, Verkleinerungsform von maurus („Mohr“), was sich auf die dunkle Farbe der Frucht bezieht: Die Schattenmorelle ist hellrot bis rot während der Reife, erst im vollreifen Zustand wird sie dunkelrot[3];

4. von Chatel Morel (synonym zu Griotte du Nord[4]): Der französische Name der Schattenmorelle.[5]

Von diesen Hypothesen gilt die letzte als die wahrscheinlichste.

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Vogel-Kirsche

Die Vogel-Kirsche (Prunus avium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Das Artepitheton avium leitet sich vom lateinischen Wort avis für Vogel ab und bezieht sich auf die Früchte, die gern von Vögeln gefressen werden.

Von der Wildform Wilde Vogel-Kirsche (Prunus avium subsp. avium) sind die Zuchtformen Knorpel-Kirsche (Prunus avium subsp. duracina) und Herz-Kirsche (Prunus avium subsp. juliana) abgeleitet. Diese kultivierten Formen sind vor allem durch größere Blätter sowie größere und süßere Früchte ausgezeichnet und werden im Allgemeinen als Süß-Kirsche bezeichnet.

Vegetative Merkmale [Bearbeiten]

Die Vogel-Kirsche ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von 15 bis 20, selten bis zu 30 Meter erreicht.

Die Rinde junger Zweige ist anfangs grün, kahl, glatt, lederartig, glänzend und später rötlich-grau gefärbt. Sie enthält breite, rostfarbene Lentizellen und es sind Querstreifen erkennbar. Die schwärzliche Borke löst sich waagrecht langsam ab und wird „Ringelborke“ genannt.

Ihre Krone ist breit kegelförmig. Die Zweige sind dick und reichlich mit Kurztrieben versehen. An Langtrieben befindet sich eine Endknospe. Die Winterknospen sind eiförmig-ellipsoid und unbehaart.


Junges Laubblatt mit doppelt gesägtem Blattrand mit drüsigen Spitzen und den zwei Drüsen am Blattstiel

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der 2–7 cm lange, unbehaarte Blattstiel besitzt an seinem oberen Ende zwei rötliche Nektardrüsen. In der Knospenlage ist die Blattspreite gefaltet. Die einfache Blattspreite ist mit 3–15 cm Länge und 2–7 cm Breite verkehrteiförmig-elliptisch bis elliptisch-eiförmig und am oberen Ende mehr oder weniger lang zugespitzt. Die Basis der Blattspreite ist keilförmig bis gerundet. Der Blattrand ist unregelmäßig und grob doppelt gesägt mit drüsigen Spitzen. Die Blattoberseite ist kahl und frischgrün, auf der dunkler grünen Blattunterseite sind die Nerven anfangs leicht behaart. Es sind sieben bis zwölf Seitennerven auf jeder Seite der Hauptnerves vorhanden. Die Herbstfärbung des Laubes ist intensiv rot und gelb. Die zwei linealen Nebenblätter sind etwa 1 cm lang mit drüsig gesägten Rändern.

Generative Merkmale [Bearbeiten]

An Kurztrieben wird ein kleiner, fast sitzender, doldiger Blütenstand gebildet, der nur meist drei bis vier (zwei bis sechs) Blüten enthält. Dieser weist am Grund kleine, nicht laubblattartige Knospenschuppen auf. Während der Blütezeit sind die inneren Knospenschuppen zurückgeschlagen. Die Blüten erscheinen zusammen mit den Blättern etwa von April bis Mai. Der abstehende Blütenstiel ist kahl und 2–6 cm lang.

Eine Hummel an Kirschblüten

Die zwittrige, radiärsymmetrische, fünfzählige Blüte weist einen Durchmesser von 2,5–3,5 cm auf und besitzt ein doppeltes Perianth. Der kahle Blütenbecher (Hypanthium) ist kelchförmig und etwa 5 × 4 mm groß. Die fünf ganzrandigen, lang elliptischen, kahlen und rötlich gefärbten Kelchblätter sind etwa so lang wie der Blütenbecher und nach dem Abblühen zurückgekrümmt. Die fünf freien, weißen Kronblätter sind ganzrandig, verkehrt-eiförmig und 9–15 mm lang. Die ungefähr 20 bis 34 Staubblätter sind kürzer als die Kronblätter. Die Staubbeutel sind gelb. Der kahle Griffel ist etwa so lang wie die Staubblätter.

Bei einer älteren, frei stehenden Vogel-Kirsche können gleichzeitig bis zu einer Million Blüten blühen.[1]

Der Fruchtstiel ist nickend. Die Steinfrüchte sind fast kugelig bis ellipsoid oder eiförmig und weisen einen Durchmesser von 6–25 mm auf. Das Fruchtfleisch ist süß, bei den Wildformen leicht bittersüß. Beim länglich-eiförmigen und glatten Steinkern reicht die Länge von 7–9 mm bei den Wildformen bis zu 9–16 mm bei den kultivierten Formen. Das Endokarp ist glatt. Die Früchte reifen etwa von Juni bis Juli und färben sich dann in schwarzrot.

Die Chromosomenzahl beträgt meist 2n = 16 (es kommen auch 17, 18, 19, 24, 32 und 36 vor).

Ökologie [Bearbeiten]

Am oberen Ende des Blattstiels sitzen 2 (2–3) rote, extraflorale Nektarien, an denen Zuckersaft abgegeben wird. Wie schon seit längerem vermutet, handelt es sich dabei um „Polizistenfutter“ für Ameisen. Die Nektarproduktion in den Drüsen ist in den ersten Wochen nach dem Knospenaustrieb besonders groß und zieht größere Mengen der Ameise Formica obscuripes an, die die jetzt noch kleinen schädlichen Raupen angreifen.

Die von April bis Mai erscheinenden Blüten sind homogame Nektarführende Scheibenblumen und duften schwach nach Honig. Der Fruchtknoten ist 1-fächrig, mittelständig, also nicht mit dem Blütenbecher verwachsen. Der Nektar wird vom Blütenbecher abgesondert; deshalb duftet dieser stärker als die Kronblätter. Für Blütenbesucher, vor allem Bienenverwandte, ist der Nektar leicht zugänglich. Honigbienen sammeln auch reichlich Pollen; auf dem Körper einer Biene fand man bis zu einer Million Pollenkörner. Die Narbe ist erst 36 Stunden nach der Blütenöffnung empfängnisfähig. Selbstbestäubung ist zum Teil erfolgreich. Nach dem Abblühen wird der Blütenbecher aufgrund eines ringförmigen Abtrennungsgewebes abgeworfen. Der Kirschbaum ist erst nach 20–25 Jahren blühfähig. An Zweigen, die am 4. Dezember (Barbaratag) im warmen Zimmer in die Vase gestellt werden, sogenannten Barbarazweigen, erscheinen noch vor Weihnachten Blüten.

Verbreitungsmechanismen der einsamigen Steinfrüchte sind: Verdauungsverbreitung durch Säuger, Mundausbreitung beim Abschälen des Fruchtfleischs durch Vögel sowie Versteckausbreitung durch Eichhörnchen und Mäuse. Kernbeißer können die Steinkerne knacken. Fruchtreife ist im Juli. Die Keimblätter ergrünen nach der Keimung oberhalb des Bodens (epigäische Keimung). Vegetative Vermehrung erfolgt sehr reichlich durch Wurzelsprosse, die oft meterweit von der Ausgangspflanze entfernt sind.

Verbreitung [Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst das submeridionale bis temperate Europa, den Norden der Türkei, Kaukasien, Transkaukasien und den Nord-Iran. Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt im Westen Europas bei ungefähr 54° nördlicher Breite, im Osten auf einer Linie von Minsk über Kursk und Woronesch bis Rostow und im südlichen Mittelasien. In Skandinavien ist die Nordgrenze aufgrund der Schwierigkeit, Wild- und Kulturformen zu unterscheiden, unklar. Eingebürgert wurde die Vogel-Kirsche in Nordafrika, Südturkestan, Vorderindien und dem Osten Nordamerikas.


Illustration

Lebensraum [Bearbeiten]

Die Wilde Vogel-Kirsche wächst in krautreichen Laub- und Nadelmischwaldgesellschaften wie Eichen-Hainbuchen-, Buchen-, Ahorn-Linden-Steilhang- oder Erlen-Ulmen-Wäldern. Sie ist eine Charakterart des Carpinion-Verbandes, in dem sich auch ihr Schwerpunkt befindet. In anderen Waldgesellschaften kommt sie meist nur beigemischt vor. Die Art kann allerdings aufgrund ihrer starken Eigenverjüngung dominant regelrechte Vogel-Kirschen-Wälder bilden, welche zur Umwandlung in terminale Eichen-Buchen-Wälder sehr lange benötigen.

Die Vogel-Kirsche ist als wärmeliebendes Halbschattengewächs außerdem an Waldrändern, in Hecken, auf Steinrücken, in Holunder-Kirschen-, Schneeball-Hartriegel- und Schlehen-Gebüschen sowie in höheren Lagen auch in den Vorwaldgesellschaften von Rotbuchenwäldern zu finden. Die bevorzugten Böden sind frische (sickerfeuchte), mittel- bis tiefgründige, nährstoff- bis basenreiche Lehm- oder Mullböden. In den Alpen erreicht die Vogel-Kirsche Höhenlagen bis 1700 Meter, im Kaukasus bis 2000 Meter. Die Standortansprüche der beiden Kulturformen sind ähnlich.

Als Kulturpflanze ist sie auch in Gärten sehr beliebt.

Systematik [Bearbeiten]

Die Vogel-Kirsche wird innerhalb der Gattung Prunus zusammen mit der Sauer-Kirsche (Prunus cerasus) und der Steppen-Kirsche (Prunus fruticosa) in die Sektion Cerasus der Untergattung Cerasus gestellt.[2]

Von Prunus avium werden drei Unterarten unterschieden:

• Die Wilde Vogel-Kirsche oder Waldkirsche (Prunus avium L. subsp. avium) ist die Wildsippe. Ihre Blätter sind klein. Die Früchte sind schwarz, klein und haben einen Durchmesser von weniger als einem Zentimeter. Das Fruchtfleisch schmeckt bittersüß und ist nur wenig saftig.

• Die Knorpelkirsche (Prunus avium subsp. duracina (L.) Schuebler et Martens), regional auch Knubber- oder Knupperkirsche, hat sehr große Blätter. Die Früchte sind meist schwarzrot, manchmal auch weiß, groß und haben einen Durchmesser von mehr als einem Zentimeter. Das Fruchtfleisch ist gelb oder rot, knorpelig und fest.

• Die Herzkirsche oder Weichkirsche (Prunus avium subsp. juliana (L.) Schuebler et Martens) hat größere Blätter als die Wildsippe. Die Früchte sind meist schwarzrot, gelb oder weiß und sehr groß, ihr Durchmesser beträgt mehr als einen Zentimeter. Das Fruchtfleisch ist rot oder schwarzrot, weich und sehr saftig.

Wirtschaftliche Nutzung [Bearbeiten]


Reife Süßkirschen an einem Kurztrieb am Baum

Der Anbau von Süßkirschen ist in Deutschland nach dem von Äpfeln der nach Fläche bedeutendste Baumobstanbau (2009: 5.440 ha). Die Erträge sind niedriger als bei den anderen Baumobstarten (Durchschnitt 2005–2009: 5,8 t/ha), so dass die Erntemengen nach Birnen und Pflaumen/Zwetschen an vierter Stelle liegen (Durchschnitt 2005–2009: 31.700 t). Die Erträge je Baum schwankten im Zeitraum 1997–2008 zwischen 11,3 kg (1997) und 26,7 kg (2000), 2007 wurden 2,15 Millionen Süßkirschbäume im Obstbau genutzt. Langfristig nehmen die genutzten Flächen ab (1992: 5.875 ha). Die Besatzdichten nehmen etwas stärker zu (1972: 194 1/ha; 2007: 392 1/ha), liegen aber deutlich unter dem noch stärker zunehmenden Durchschnitt aller Obstbäume (2007: 1.626 1/ha). Süßkirschen sind daher die größten Bäume im Obstbau. Dies gilt besonders für Süddeutschland. Die höchste Besatzdichte mit 998 Bäumen je Hektar wurde 2007 in Nordrhein-Westfalen angewandt, die niedrigste mit 279 Bäumen je Hektar in Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg, wo mit 2.125 ha 40 Prozent der Anbauflächen liegen, ist auch Schwerpunkt des Süßkirschanbaus in Deutschland. Hier ist langfristig eine Zunahme der Fläche und des Anteils zu verzeichnen (1972: 1.098 ha, 25 %, nur alte Länder), obgleich die Gesamtfläche des Kirschenanbaus tendenziell rückläufig ist[3] Der Anbau in den anderen Ländern nimmt ab oder stagniert auf niedrigem Niveau.[4][5]

Kirschbaumholz wird vor allem als Furnierholz für den Innenausbau sowie insbesondere als Möbelholz verwendet. Als Brennholz spielt Kirschbaumholz dagegen keine wirtschaftliche Rolle.

In der Imkerei ist die Süßkirsche aufgrund des hohen Zuckergehalts ihres Nektars (21–58 %) und seines hohen Zuckerwerts (bis zu 1,5 mg Zucker je Tag je Blüte) eine geschätzte Tracht.[6]

Die Wildform der Vogelkirsche (Prunus avium) wird oft als Unterlage für die Veredelung der Japanischen Blütenkirsche verwendet.[7] Für die Veredelung der Kulturform der Süßkirsche und Sauerkirschen wurden im 19. Jahrhundert ebenfalls Wildformen der Vogelkirsche benutzt.[8] Seit dem 20. Jahrhundert benutzt man speziell, beispielsweise von der East Malling Research Station, selektierte Formen der Vogelkirsche.[9]

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